Wenn die Schatten lang werden und das Licht golden, weil sich das Jahr dem Ende zuneigen will.

Draußen riecht es zunehmend morsch, nach frischer Modrigkeit und kräftig durchnässtem Holz.
Du nimmst den Hauch von Pilzen wahr, Nüssen und Kastanien, die prall und rotbraun aus den stacheligen Schalen drängen, voll Stolz.

Flipflops und Sandalen müssen sich schleichen und geschlossenen Schuhen weichen.
Nacktbraune Zehen stecken nun in warmen Socken, während auf bronzenen Schultern  dicke Pullover hocken.

Die Schanigärten haben geschlossen, die Schule hat längst begonnen.
Aus den Gärten zieht kein kokelnder Ruch von Grillkohle über den Zaun … das Leben findet wieder drinnen statt, im eigenen Raum.

Kein Schwimmer durchpflügt mehr den Teich.
Stattdessen schaukeln farbige Blätter träge auf der glatten Oberfläche dahin.
Einige Wasservögel haben dasselbe im Sinn.

Die Natur zieht sich zurück. Sanft und sacht.
Ohne Wehmut, ohne Mangel, dafür mit Bedacht.
Mit der weichen Sattheit der tiefer stehenden Sonne.
Es will eine Zeit lang ruhiger werden. Und das mit Kraft und Wonne.

November 2017