… let’s talk about you and me, let’s talk about all the fuckinfunkyfifty things. Lasst uns also übers Älterwerden sprechen. Und über 7 Situationen bzw. Sachen, in denen das Älterwerden durchaus feine Vorteile hat …

Ist es nicht so: Männer in der Lebensmitte  kommen in die „Midlife-Crisis“.  Jene Sache mit dem abrupten Schwenk zu jüngerer Frau (oft im Alter der bereits erwachsenen Tochter), Harley-/Sportwagen-kaufen-über-Nacht oder Ich-trage-ab-sofort-auch-wenn-sie-nicht-zu-meinem-Typ-passen-Fancy Jeans-bespaßte-T-Shirts-und-bunte-Sneakers.
Sie werden ultralässig, megagechillt und extra-cool.
Auch wenn’s tief drinnen in den von der Mittelalterphase geschüttelten Männern eh oft nicht sooo leiwand zugeht:

Zumindest nach außen hin wirkt es aufregend, verrucht oder wenigstens abgefahren.

Wir Frauen in diesem Lebensabschnitt haben’s ein wenig schwieriger: Die Sache nennt sich Wechsel. Menopause. Klimakterium.
Legen wir uns einen Lover-Boy im Alter der herangewachsenen Söhne zu, wird es meist milde belächelt. Tanzen wir im Girlie-outfit, mit dem Täschchen unterm Arm, im selben Club ab wie die Zwanzigjährigen, ernten wir milde Blicke.
Auch wenn’s tief drinnen in den von der Mittelalterphase gerüttelten Frauen eh oft nicht sooo lustig zugeht:

Zumindest nach außen hin wirkt es unsexy, uncool, irgendwie aarrrgghh.

Dabei: Es ist auch für uns eine geile Zeit! Bei uns Müttern sind die Kinder meist aus dem Haus und somit mehr Zeit und Muße für eigenen Kram, bei den Nichtmüttern hat sich dank des Nichtkinderhabens oft ein erkleckliches Sümmchen angesammelt.
Wir alle sind, neben all den unleiwanden Nebenwirkungen, freier, selbstbewusster,  spontaner.

Daher:

7 Situationen & Sachen, in denen wir vom Älterwerden profitieren

1. Mädelsabend

Ein Treffen mit Freundinnen musste mindestens drei Wochen vorher arrangiert, ein Babysitter engagiert und der Abend selbst durfte nicht zu exaltiert werden. Schließlich ist Kindern ist am nächstem Tag schnurzegal, wann Mama des Abends davor ins Bett gefallen ist. Sie haben in der Früh einfach Hunger und sind munter.
Heute gehen  wir mit den Wechsel-Weibsen spontan noch am selben Tag nach dem Job auf einen Drink. Allerdings darf der Abend auch nicht zu exaltiert werden. Die Regenerationsphasen sind schon deutlich länger als in den Zwanzigern …

2. Wäsche waschen

Jeden Tag eine volle Waschmaschinenladung war amtlich, gefolgt von heftigem Streit zwischen den Jungs, welche der (gefühlten tausend) gleichen schwarzen Socken, alle in derselben Größe, nun wem gehören. Und wehe, ich habe die T-Shirts falsch zugeordnet. MEINS! – NEIN, MEINS!! – NEIN, DAS IST MEINS!!! und so weiter und so heiter …
Heute: Einmal pro Woche, je nach Sportbekleidungsverbrauch, Business-Outfit-Verschleiß und Transpirationsfaktor, eine Waschmaschine voll. ALLES MEINS. Punkt.

P. S.: Ein bissl stiller ist es allerdings auch im Haus, dazu ein anderes Mal mehr.

3. Einkauf

Auf der (mehrmals wöchentlich gedanklich erstellten) Einkaufsliste standen Nutella, Actimel, Fruchtzwerge, Kakao, Cini Minis, Naschzeug. Die (großteils süße) Beute wurde fast immer keuchend, vor dem Abholen von der Schule oder während die Youngsters sich beim Sport ertüchtigten, im nächstbesten Supermarkt, der auf der Strecke zwischen Büro und trautem Heim lag, im Laufschritt erlegt.
Heute überlegen wir, ob wir überhaupt einkaufen wollen – oder nicht doch lieber spontan mit dem Schatz zum Lieblingswirten oder in die Buschenschank fahren. Wird doch eingekauft, dann entspannt, irgendwann, und zwar Steak. Zucchini. Melanzani. Stangensellerie. Avocado. Prosecco (okay, der stand immer schon auf der Einkaufsliste 😇)

4. Sex

Früher Verhütung in Form von Pille, Spirale, Hormonpflaster, Vaginalring oder Gummi,
heute  …

5. Auto

Bye bye, Familienkutsche 😂, hello Roadster 😍!

6. Achtsamkeit

Wir sind einfach achtsamer. Wir genießen mehr, schätzen mehr, respektieren mehr. Wir leben, auch wenn dies immer wieder eine Herausforderung ist, mehr in der Gegenwart. Die Vergangenheit war gestern und können wir eh nicht mehr ändern, maximal daraus lernen, warum also dauernd wiederkäuen oder zerpflücken?! Eben.
Und die Zukunft  malen wir uns in den Farben aus, in denen wir sie sehen und erleben wollen.

7. Schuhe

© Christian Houdek

Highheels, damit die langen Beine noch besser zur Geltung kommen?
Ja, eh.
Aber  für uns, und nicht unbedingt, um Männern große Augen zu machen.
Dank Meniskus-OP hat sich mein Hohe-Hacken-Bestand ohnehin drastisch reduziert, das Converse- und FlipFlop-Repertoire hingegen auffallend vergrößert.
Und mit Plateausohle geschummelt lassen sich ollawäuil noch ein paar Pumps tragen.

Eine hinreißende Begebenheit zum heutigen Abschluss

Vor kurzem habe ich mit einem lieben Bekannten über das Älterwerden und Männerträume gesprochen. Er, selbst auch nicht mehr taufrisch, also Ende Vierzig, einige Beziehungen hinter sich, nun erstmals verheiratet, ist gerade Papa geworden. Liebt seine Frau, zwar jünger, aber auch nicht so ganz taufrisch, also Anfang Vierzig, über alles.
Er sagte mir, mehr oder minder wörtlich: „Weißt du, letztens sah ich ein Bild eines alten Mannes, Hugh Hefner-Stil, alter Typ, mit drei jungen heißen Girls, die MANN von Proportionen und Aussehen her als personifizierter Männertraum betiteln würde. Sehr hübsch. Aber ich bin so froh und wünsche mir nichts mehr, als dass ich im Alter mit meiner schönen alten schiachen Frau auf’m Bankerl sitz.“

Ich hatte ein, nein, zwei bis fünf Tränen in den Augen. Die ich, weil wir uns grad nicht im Sentimental-oder-Emotional-Journey-Umfeld befanden, nahezu verstohlen abgewischt hab.
Ich war ein bisserl gerührt und sehr froh und dankbar, Männer wie ihn in meinem Bekanntenkeis zu wissen. Die nicht bei der ersten (oder doch erst zehnten?!) Falte der Frau/Freundin/Lebensabschnittspartnerin, deren (unter Umständen nur vorübergehend hormonell bedingten) wiederholten Zickerei oder auch angesichts knackigeren Frischfleisches wo auch immer, ihre langjährige Beziehung über Bord werfen, anstatt den wunderbar zu gestaltenden Prozess des gemeinsam Älterwerdens zu genießen. Danke!

Bis bald!

Eure Fucking Funky Fifty-Petra