An sich müsste ich gar nicht viel schreiben, denn das Wort MÄDELSSKIWOCHENENDE steht und spricht für sich. Für Spaß, Leichtigkeit, Lust, Wonne, Genialität, Glückseligkeit, Prosecco, noch mal Spaß und so weiter.

Diesmal war’s auch lehrreich.
Und von besonderem Genuss, weil wir beschlossen haben, die einzige Regel, die für diese Ladies-Trips gilt, etwas zu lockern.

Doch zuerst die Pflicht.

Was wir (in Schladming) gelernt haben:

1. Frauen KÖNNEN IMMER und WISSEN IMMER etwas zu reden.
Und zwar während des Aufstehens und der Morgentoilette, beim Frühstück, am Weg zum Skistall, am Weg zur Piste, vor dem Lift, am Lift, beim Liftausstieg, während des Losfahrens, während der ersten sanften Carvingschwünge … beim Preschen und Glühen vorübergehend nicht, jedoch schließen wir naht- und mühelos während des Einschleifens zum Lift an das letzte Gespräch an.

2. Mädels schminken und frisieren (und was halt sonst noch ansteht) sich friedlich und fröhlich kollektiv vorm Badezimmerspiegel.
Während dieses Vollzugs überlegten wir, ob eine Bubenrunde ebenso gemeinschaftlich die morgendliche Rasur absolvierte. Und kamen zu dem Schluss: Nein, Kerle lassen während des Männerwochenendes garantiert die Stoppeln sprießen.

3. Frau, im konkreten Fall die Animalische, rutscht nicht schlicht durch die Liftschranke zum Schwebesessel.
Nein! Sie geht ansatzlos in die Abfahrtshocke, spießt die Steck’n vor der Sperre in den Schnee, die Penthousefee macht in der Sekunde einen auf Moderatorin und kündigt den Start der absoluten Top-Favoritin an.
Meine Vielheit mimt das Zeitmessgerät und tütet und piepst, während die Maler-Muse das tosende Publikum spielt, bis sich schließlich die Barriere öffnet – und wir alle vier ganz gemächlich zum Einstieg gleiten.
Der fassungslose Blick des Liftwarts war’s wert! Wie der Rest der Schifahrfreudigen reagiert hat, entzog sich unserer Aufmerksamkeit. Wir waren mit Punkt 4 beschäftigt …

4. Jedwede Liftreise wird zum ultimativen Lipgloss-Konsum genutzt.
Am besten mit Geschmack, im Idealfall vier unterschiedliche. Dann schleckt man Erdbeer, Himbeer, Vanille, Cranberry oder was auch immer sukzessive genüsslich ab – um bei der nächsten Bergfahrt den Lippenschutz zu erneuern.

5. Frauen müssen während des Bergaufgondelns nicht auf ihr Klumpert aufpassen.
Dafür gibt’s Liftpersonal, das vermisste Schals, Handschuhe, Sonnenbrille findet und retourniert. Wir waren mit Sicherheit auf die wichtigen Dingen des Lebens konzentriert, man kann sich schließlich nicht um ALLES kümmern …

6. Einer dieser Gipfel, die man von Planai und Co aus sieht, heißt Bischofsmütze.
Wissen wir nach diversen Schladmingreisen bereits. Aus uns bis heute unerfindlichen Gründen hielt es die Animalische für angebracht, uns jedes Mal, wenn dieser sch …öne Gipfel in Sichtweite war – und das ist er so gut wie permanent – aufs Neue ihre Geografiekenntnisse in die Ohren zu säuseln.

7. Wer beim ÖAMTC Mitglied ist, kriegt bei der Nordsee 10 Prozent auf Fisch & Co.
Sofern er danach verlangt und das Kärtchen vorweist – auch diese Erkenntnis geht auf das Konto der Tierfreundin, die diesmal ganz besondere Streberqualitäten zum Vorschein brachte.

8. Unsere Malermuse überraschte uns mit dem „Uschi-Prinzip“ (sämtliche bekannte und unbekannte Uschis mögen mir die Erwähnung dieses Punktes nachsehen, das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, aber es war ein zentrales Thema und gehört ergodessen unbedingt erwähnt).
Dieses wendete sie an, wenn wir nicht gleich ein freies Fleckchen in der Sonne auf der g’steckt vollen Schihütte bekamen, an der Bar ewig hätten anstehen müssen oder im gut besuchten Schlemmerlokal nicht sofort ein paar knackige Kerle z’sammrückten, um uns Raum zu geben.
Ebendann vollzieht man die „Kleine Bärchen-Methode“:
Man gebe und bewege sich, als wäre man von Skihelm bis Skischuh oder Fön-Frisur bis Stöckelstieferl in Pink gewandet (forgive me, domo and rosa, i love this colour!!), Strassapplikationen all over, blicke hilflos und unschuldig und sooo süß lächelnd in die Menge, klimpere dazu ein bisschen mit den Wimpern und … erhalte einen Platz. Garantiert.

9. In Skidiscokombihütten, die auch von Postpubertierenden frequentiert werden, herrschen andere Regeln.
Als wir Ladies uns am deftigen Abendschmaus delektierten, näherte sich ein knapp über 20-jähriger, bereits leicht alkoholisierter …äähh … „Mann“ schwankend unserem Tisch, blickte der Penthousefee tief in die Augen, legte ihr einen Wisch mit folgendem Gekritzel neben die Gabel
„Ich schwarzer Hengst bin willig. Gib mir Deine Telefonnummer. Dein Tobi (=schwarzer Hengst)“
verweilte, während wir erstaunt lasen, und verschwand.
Nach akuter Verblüffung und Verwunderung versuchten wir ein paar Minuten lang zu erörtern,

  • wie denn Mädels und Frauen auf solch „romantische“ Zeilen reagieren
  • wie oft der Typ diese Masche probiert
  • ob er damit auch jemals reüssiert und
  • ob’s vielleicht eine Mutprobe war.

Wir kamen zu keinem Ergebnis, weil wir dann doch lieber shaken wollten.

Und nun zur Kür.

Es gibt bei diesen wunderbaren Wochenende einen einzigen ungeschriebenen Paragraphen: Begleiter unerwünscht.

Mit den daheim gebliebene Liebsten wird natürlich – ja nach Intensität des Verliebtheits- und Beziehungsgrades – gesmst und telefoniert. Sonst aber haben Männer bei uns keinen Auftrag.
Diesmal entschieden wir uns allerdings, denn Quote ist in und hipp und mitunter notwendig, für einen Quotentypen.
Möglichst gut und groß gebaut sollte er sein – Mann, war der lang! –, fesch – so schneidig! – , modern – huch, bezauberte uns DER mit seinen Techniken! –, gut riechen war auch angesagt– mmhhh, black leather! white metal! – großzügig wollten wir’s auch – er hatte tatsächlich Platz für uns alle! – kurzum ein Kerl also, an dessen Seite uns ein entsprechender Auftritt garantiert wäre.

Und genauso kam’s natürlich, wenn Göttinnen reisen …

März 2011

P. S.: ER war ein  Ford Mondeo 2,0 Ecoboost Powershift Titanium Traveller 5-Türer in frost-weiß. Detaillierte weitere Infos dann, wenn ich aus dem unzensurierten Ganzen dann doch einmal ein von A–Z zusammenhängendes Buch mache 😉