Wenn einer auf die Pirsch geht, will er fette Beute erlegen. Das ist bei Waidmännern wie -frauen gleich. So auch bei Marketing-Madonna und Haute-Volée-Verwöhnter, wenn sie ein paar temporäre Techtelmechtel aufspüren wollen.

Im Unterschied zur Groß- oder Rotwildjagd, bei denen sich der Jäger garderobenmäßig an die Umgebung passt, um so lang wie möglich unerkannt nah ans potenzielle Opfer ranzukommen, trachten diese beiden Ladies bei ihren erotischen Ermittlungen ausschließlich danach, tunlichst rasch aufzufallen und aus der Menge hervorzustechen. Und werfen sich daher zu diesem Zweck in taktisch kluge Outfits, die ihre körperlichen Talente optimal ins Schau-Spiel bringen. Denn schließlich ist ihr Streben stets die (höhe)punktgenaue Landung.

Unsere Society-Sirene setzt dabei auf weit (Dekolleté) und knapp (Stoffmenge) – und damit sowohl ihre opulente Oberweite als auch die langen Beine ins rechte Licht. Letztere umhüllt mit einem Seidenhauch von Strümpfen.

Winterjagdtrieb

Was aber, wenn’s draußen, wie vor nicht allzu langer Zeit, stürmt und schneit?

Wenn Frau vor der abendlichen Hatz das Auto vom Eise befreien, zehn Minuten zur U-Bahn latschen, rasch noch in den Billalidlsparmerkurhoferpennyadegzielpunkt einkaufen gehen oder – wie eben die Bussi-Bussi-Biene – öfter am Tag ins Freie wandeln muss, weil sie eine heizen will?

Welcher normal empfindende Mensch, bitteschön, würde hier zum scharfen Mini oder knappen Cocktailfummel die Halterlosen empfehlen?

Eben.

Die Haute-Volée-Verwöhnte, die sich echt nichts pfeift, der aber in der Wintersaison schlicht zu kalt für zarte Nylons ist, rückt ergo ungerührt im Unterleibsverhüterli, sprich der blickdichten Wollstrumpfhose, aus.

Das hat die Qualität und Quantität Ihres Flirt-Fangs mitunter negativ beeinflusst, was ihr  bis dato wurscht war, weil sie die Wintersaison zum Erholen und Regenerieren genutzt hat.

Heuer allerdings schlugen ihr sowohl der Kandidatenmangel als auch die Beischlafnot auf Magen und Gemüt. Und sie fädelte beim launenhaften Talk & Drink eine bestrickende Besprechung über Beinkleider ein um herauszufinden, wie sie trotz Strumpfhosen-Gebrauch ihren Liebes-Level hält.

Ergebnis:

Wer federviecherln will, der soll nicht frieren.
Denn wenn auch Strumpfhose nicht sexy klingt und phonetisch und optisch Halterlose weitaus erotischer rüberkommen.
Auch wenn die Variante von Großtantes Flanellshorties unterm kleinen Schwarzen ein No-Go sind, da damit jegliche sinnliche Situation von vornherein im Fussel erstickt würde.
Und auch wenn nordpolgeeichte Thermounterwäsche ausschließlich für Gipfelgenüsse auf Almhütten zulässig ist.
Also, verwünscht noch mal, wenn wir bei meteorologischen Tiefstpunkten schon die Größe besitzen, uns in heiße Klamotten zu hüllen, tragen wir zumindest wärmende Strumpfhosen.

Um aber dem spontanen Liebesspiel auch im Winter eine reelle Chance einzuräumen, haben wir uns auf folgende Variante geeinigt:
„Bei Frost am Körper die warm Gewebte, im BuKö (Beischlafutensilienköfferchen) die hauchigen Selbsthaltenden parat. Sollten sich dann die Fakten aktmäßig ergeben, huscht frau verschwörerisch zwinkernd auf die Toilette oder ins Bad, ersetzt flugs das wollige Beinkleid gegen das wolllüstige – und voilá, der mehrdimensionalen Erotikakrobatik steht nichts mehr im Weg.“

März 2012