Ich spür’s grad durch und durch. In jeder Zelle, jeder Stunde, in  jedem Moment.

Diese unbändige Liebe, dieses schier überbordende Gefühl, das mich von nichts und niemandem trennt.

Ich liebe.

 

Ich liebe …

die Natur, die vollkommene, mit ihren Bäumen, den Wolken, den Farben des Himmels und aller Wasser Bild.

die Musik, ihre Akkorde, Rhythmen und Harmonien, mal sanft und wiegend, mal ungestüm und wild.

 

Ich liebe …

meine Kinder, mit allen Konfrontationen und Entfernungen so bedingunsglos, ewiglich und nah.

meinen wundervollen Helden, der so ursprünglich ist, so unbändig, so klar.

meine wahren Freunde, die mit mir teilten und teilen Schmerz wie Freud und Verrücktheit, jedes Jahr.

meinen Papa im Himmel und meine Eltern zu Erden, sie sind einfach immer da.

 

Ich liebe …

das Erschaffen und Kreieren und Gedanken manifestieren.

sich in unendlich romantischen Gefühlen zu verlieren

und wieder zurückzukehren zu profanen Alltagsdingen

zum Behufe des Bezahlens von Mieten und Krediten. Mag alles gelingen.

 

Bei all diesen erfüllten Lieben ist jene zu mir  grad ein wenig kurz gekommen.

Als wären Seele, Geist und Körper auseinander geronnen.

Zu hart und kritisch  geh ich mit mir selbst ins Gericht,

will akzeptieren der Zeiten Kratzer an Energie und Körper nicht.

Feg’ grad jegliche Talente ungeseh’n ins Eck’

und kehr’ Makel und Mankos hervor viel zu keck.

 

So halt ich denn inne, lach’ mich an und grins mir zu.

Spür’ tief in mich rein, atme ein und aus und durch und im Nu

fühl’ ich mich nicht mehr müd oder nicht genug,

sondern sprühend. Stark. Kreativ. Atemzug um Atemzug.

Und ich liebe auch mich. Jede Zelle, jede Minute, jeden Moment.

Und bade in diesem universellem Gefühl, das nichts und niemanden voneinander trennt.

 

Oktober 2018