Kaum zu glauben, aber das 4. Adventwochenende ist bereits da. Aus diesem Anlass ein Rückblick ins Jahr 2010 zum 1. Adventwochenende …

Der Plan war, einen geruhsamen Sonntagvormittag zu verbringen.
Ausgiebig zu frühstücken, das Zuhause weihnachtsmäßig zu behübschen, nachmittags eiszulaufen.

Das Vorhaben ging nicht auf.
Nachdem ich gestern mein Gehalt in eine coole Snowboard-Ausstattung für die besten Buben investiert hatte und wir voll bepackt in die Wohnung stolperten, stellte ich mit Schaudern fest, dass es nicht ganz so gemütlich warm war wie erwartet:

Oh du himmlischer Bimbam! Das Heizöl!

Ich hatte die letzte Lieferung äußert knapp bemessen, da wir theoretisch ab ersten Dezember im neuen Heim wohnen wollten.
Praktisch sind wir immer noch in unserer verfallenden Villa Kunterbunt. ( Aus diversen Gründen sind die Umzugsvorhaben etwas durcheinander geraten.)

Brennstoff

Auf den Brennstoff hatte ich jedenfalls im allgemeinen Schul- und Jobtrubel großzügig vergessen.
Und so erkaltete gestern – wieder einmal – ein Heizkörper nach dem anderen. Wie schon letztes Mal wieder am Wochenende, wo man nix bestellen kann.

Den heutigen Vormittag verbrachten wir vorerst ergo damit, eine Tankstelle auszukundschaften, die Heizöl vertreibt.
Was, wie ich weiß, heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist.
Dem Internet sei Dank, hatten wir rasch eine gefunden. Der Tankwart bejahte auch die Frage, ob er geeignete Transportbehältnisse hätte, jaja, ein paar Zehn-Liter-Kanister.
Na wunderbar, denn deren brauche ich mindestens zehn, da unser Brennstoff in einem 5.000-Liter-Tank ruht. Ein Transport via Gurkenglasel macht sich hier eher schlecht und sisyphusmäßig.
Als die besten Buben und ich frohen Mutes und benzinbunkerbegierig einrauschten, wurde unser Eifer jäh gebremst.
Der Spritmanager hatte wohl Heizöl, allerdings doch kein Gefäß. Vielmehr waren die versperrt, der Kollege hatte den einzigen Schlüssel, blablabla, also Fehlanzeige.

Auf zur nächsten Zapfzentrale.

Bei der dritten waren wir erfolgreich, endlich eine mit Heizöl-Säule.
Jedoch: kein Kanister.
Wir waren bereits eine Stunde unterwegs und ich merkte, wie leichte Verzweiflung in mir aufwallte: Es war erster Advent! Und ich wollte doch …

Ich begann, mich so richtig und vollständig in einen adventlichen Anfall hineinzusteigern, gemischt mit dem allergrößten Weltschmerz, gewürzt mit sentimentalem Selbstmitleid, die besten Buben fassungslos neben mir.

Der Anblick dieses tragischen Trios erregte offensichtlich das Mitgefühl einer ebenfalls Heizöl hortenden Frau, die wild wachelte, als ich schluchzend zum Auto schlich, und mir einen ihrer bereits befüllten 20-Liter-Tanks geradezu aufdrängte.

Auch meine fürsorgliche Mama, die mich grad zu jenem Zeitpunkt am Handy erreichte, als ich uns drei vor meinem geistigen Auge frierend und in Decken gehüllt vor dem kleinen elektrischen Heizlüfter sitzen sah, kam mir auf halbem Weg entgegen.
Irgendwie hatte auch sie es geschafft, in dieser Kanister-defizitären Welt ein Zehn-Liter-Behältnis aufzutreiben und karrte den Kübel in meinen Kofferraum.

Wir waren gerettet. Und haben’s nun nach drei Zustellungsfahrten – der Tankwart hat uns beim dritten Besuch schon von weitem freundlich zugewinkt – wieder kuschelig warm, nachdem ich das Öl gießkannenweise in den Tankstutzen gefüllt hab.

Voll auf den Treibstofftrip gekommen, sind die besten Buben nun mit einer Männerpartie beim Gokart-Fahren.

Ich hab mit letzter Energie die erste Kerze auf den Adventkranz gepiekst.
Das restliche X-mas-Styling muss warten, bis es etwas besinnlicher denn benzinlicher ist.
Jetzt ist erst mal ein ausgiebiges Bad dran.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen wunderbaren vierten Advent!

1. Advent 2010