Sie wollten ihr Herz nicht mehr einem anderen schenken.

Sie wollten ihre Seele nicht mehr so dicht mit einer anderen verschränken.

Zu viel hatten sie an Enttäuschung und Kränkung erlebt.

Keiner wollte nochmals erfahren, dass sein Herz so bebt.

 

Doch dann traten sie in des anderen Leben.

Unerwartet. Quer. Rau. Pur. Mit Krawall und Beben.

Kein Stein blieb auf dem anderen. Alle Lebens-Puzzlestücke zerstoben

irgendwo im Universum. Wo wohl alle miteinander verwoben

sind. Doch hier im dreidimensionalen terrestrischen Raum ist so vieles anders als dort droben.

 

Er sah nicht hin, wenn sie aus Zweifel und Misstrauen explodierte.

Ihre unsicheren Tränen hielt er aus eigener Trauer für übertrieben. Sie wiederum gierte

geradezu nach seiner Nähe. Hielt sich zu dicht an ihm und seinem Sein

Drückte sich zu oft und zu fest an ihn. Aus Angst vor dem Allein.

 

Es war intensiv. Überbordend. Laut. Schnell.

Als hätten beide Angst vorm Dunkeln. Als dürfte es nur hell

sein. Und perfekt. Dabei schafft doch auch der Gegensatz genug an Raum,

lassen auch Fehler so viel an Neu’m

wachsen und entstehen.

Doch sie ließen es wieder gehen.

 

Zu starr ihre Vorstellungen, wie ein enges Korsett. Zu viel an Begehren.

Zu wenig an Empathie. So viel Angst vor Leere.

Zu viel  Provokation, um den anderen auf Herz und Nieren

zu prüfen, so dass die wachsende Zuneigung nur verlieren

konnte und zerbrechen. Keiner hat genug vertraut,

bis das Fundament der Beziehung gelegt und gebaut.

 

So zerstörerisch. So destruktiv. So sehr im Außen orientiert,

so gar nicht in sich selbst zentriert.

Rau. Pur. Mit Krawall und Beben

verließen sie des anderen Leben.