Meine Abneigung gegenüber gar zu schwindelnd hohen Schuhen war immer schon bekannt. Gelegentlich ließ ich mich aber doch zum Heelskauf hinreißen, wie damals im März 2009 …

Mein Widerwillen gegenüber gar zu schwindelnd hohen Schuhen – und dann vielleicht noch mit Zirkelspitzenabsatz! – ist hinlänglich bekannt.

Dennoch lass ich mich – wenn’s draußen sprießt und sprosst – dann doch dazu verführen, ein paar dieser meine Gesundheit gefährdenden Gehzeuge anzuprobieren.

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Vor allem wenn, wie letztes Wochenende, ein flotter Folder mit frühlingshaften farbenfrohen Füßlingen ins Postfach flattert.
Weil … g’fallen tun sie mir ja eh. Das Fortbewegen fällt mir halt ein wenig schwer. Der Catwalk-Tanz war niemals meins. – Dafür haben die Jahre des Reitlehrerdaseins durchaus deutliche Spuren des Cowgirl-Stiefelns hinterlassen.

Und dann gibt’s noch einen weiteren, leider gänzlich unerotischen, dafür ganz und gar anatomischen Beweggrund: Zwei zauberhafte Schwangerschaften mit einhergehenden Gewichtszunahmen haben meine Füße gewissermaßen geglättet. Seither gehöre ich der Spezies der Senk-und Spreizfüßler an.

Gut, zarte Elfenfusserln konte ich niemals ins Rennen schicken. Ich war jedoch in vormütterlichen Phasen sehr wohl in der Lage, das eine oder andere Pantöffelchen im Aschenputtel-Style dem Mann an meiner Seite vor Augen zu führen.

Nun trage ich heute auch kein Quadratformat am Ende meiner Beine – ein bissl Ristfreiheit ist mir jedoch mehr als Recht und angenehm.

Als sich gestern also – im straffen Stundenplan des Fotoshootings – eine halbe Stunde Freizeit offenbarte, stürmte ich stracks den Schuhshop.
Die Ernüchterung folgte förmlich auf den Fuß: Zu eng, zu knapp, zu spitz, zu schmal.

Welch Schmach.Geschmäht scannte ich die Regale durch.

Ich konnte doch nicht tatenlos diesen Tretertempel verlassen!

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Diverse Sandalen, Stilettos, Pumps und Peeptoes später – ich wollte und sollte aufbrechen, der nächste Fototermin rückte empfindlich näher! – zupfte die Verkäuferin im allerletztesten Moment doch noch ein atemraubendes Paar aus dem Karton.

Der absolute Schuh. Mein Atem stockte. Nur passen musste er nun noch.

Er tat’s – und raubte mir beim Löhnen das letzte bisschen Luft. Egal, frau gönnt sich ja nicht mal die Luxus-Lotion.

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Auf die gute Mutter Erde brachte mich des Abends die schuhmaniacste meiner Freundinnen, als ich ihr stolz die satte Beute präsentierte. „Und wann und wo ziehst du die an? Weder Kinder- noch journalistentauglich! Sie sind so was von lila! Sie sind so was von himmelhoch! Da brauchst du das Dress und Date dazu!“

Nun ja, ich werde wohl dem Besten aller Besten ein Wochende in Nizza oder Saint Tropez schmackhaft machen müssen…

März 2009