Bewusst in den Tag starten: Warum 2 Minuten am Morgen alles verändern
Heute früh habe ich seit langem wieder einmal etwas getan, was ich schon längst nicht mehr mache.
- Augen auf.
- Handy in die Hand.
- WhatsApp.
- E-Mail.
- Nachrichten.
- Irgendwo Krieg. Irgendwo Krise. Irgendwo Urlaub.
- Irgendwo hat jemand ein Frühstück fotografiert, das schöner aussieht als mein gesamter Montag.
Und bevor ich überhaupt wusste, wie ich mich fühle, wusste ich bereits, wie sich die halbe Welt fühlt.
Dabei sind mir Gedanken von Shaolin-Meister Shi Heng Yi eingefallen. Sinngemäß sagt er: Der erste Kampf des Tages findet nicht im Außen statt. Er findet in unserem Kopf statt.
Denn die meisten von uns starten den Tag heute mit Informationen. Und zwar sehr vielen.
Noch bevor wir im Badezimmer angekommen sind, wissen wir, wer Geburtstag hat, wer sich getrennt hat, wer gerade auf Urlaub ist und welche Katastrophe irgendwo auf der Welt passiert ist. Wir haben Termine gecheckt, E-Mails überflogen und vielleicht sogar die ersten Probleme des Tages übernommen.
Die eigenen und die von anderen. Anstatt bewusst in den Tag zu starten.
Warum wir morgens so leicht die Orientierung verlieren
Früher war der Morgen irgendwie einfacher.
Du bist aufgestanden stand auf, hast Kaffee gemacht, vielleicht die Zeitung geholt und bist langsam wach geworden.
Heute wartet das Leben bereits auf dem Nachtkästchen. Mit
- blinkenden Nachrichten
- Push-Mitteilungen
- Terminerinnerungen
Das Verrückte daran: Wir verbringen oft mehr Zeit damit, auf andere zu reagieren, als uns selbst zuzuhören.
Dabei gäbe es da morgens diesen kleinen, stillen Moment, bevor der Tag losgaloppiert.
Einen Moment, in dem wir uns selbst fragen könnten: Wie möchte ich heute eigentlich durch diesen Tag gehen?
Die vielleicht einfachste Morgenroutine der Welt
Keine Sorge, ich lege jetzt weder eine Stunde Meditation noch eine akrobatische Turnübungen bei Sonnenaufgang ans Herz. (Wobei beides sehr empfehlenswert ist.)
Bevor du morgen früh zum Smartphone greifst, bleib einfach kurz liegen, um bewusst in den Tag zu starten.
Atme einmal tief ein. Und wieder aus. Noch einmal. Und frag dich dann: Wie möchte ich mich heute fühlen?
- Gelassen?
- Freudig?
- Konzentriert?
- Mutig?
- Geduldig?
Die Antwort muss nicht perfekt sein.
Es geht nur darum, einen Gedanken zu wählen, bevor tausend andere Gedanken ungefragt hereinspazieren.
Und dann setze eine bewusste Absicht. Sag dir zum Beispiel:
- „Heute bleibe ich bei mir.“
- „Heute gehe ich die Dinge Schritt für Schritt an.“
- „Heute entscheide ich mich für Gelassenheit.“
Und falls dir gar nichts einfällt: Wie wär’s mit diesem Satz, den die von mir sehr geschätzte Regan Hillyer empfiehlt:
Ich bestimme und erkläre, dass dies mein kraftvollster Tag wird.
Klingt simpel. Ist es auch. Und genau deshalb funktioniert es.
Gerade ab 50 wird das besonders spannend
Vielleicht ist das einer der Vorteile des Älterwerdens, über die viel zu selten gesprochen wird.
Wir haben inzwischen oft erlebt, dass sich die Welt auch dann weiterdreht, wenn wir nicht sofort reagieren.
Dass nicht jede Nachricht dringend ist. Dass nicht jedes Problem unseres werden muss. Und dass Gelassenheit manchmal wertvoller ist als Geschwindigkeit.
Mit 20 wollte ich möglichst schnell loslaufen. Heute interessiert mich viel mehr die Frage, in welche Richtung eigentlich.
Das erspart etliche Umwege und Umleitungen.
Mein Fazit
Zwei Minuten genügen.
Bevor die Welt an deine Tür klopft. Bevor dein Smartphone entscheidet, was heute wichtig ist.
Zwei Minuten, um zuerst bei dir selbst einzuchecken.
Mit ein paar tiefen Atemzügen und der Entscheidung, wie du den Tag heute erleben willst.
FAQ: Bewusst in den Tag starten
Wie starte ich bewusst in den Tag?
Atme nach dem Aufwachen bewusst durch, lasse dein Smartphone für einige Minuten liegen und frage dich, wie du dich an diesem Tag fühlen möchtest.
Warum sollte ich morgens nicht sofort aufs Handy schauen?
Weil Nachrichten, E-Mails und Social Media dein Gehirn sofort in den Reaktionsmodus versetzen. Ein paar Minuten ohne Smartphone helfen dabei, fokussierter und gelassener zu starten.
Wie lange sollte eine Morgenroutine dauern?
Eine Morgenroutine muss nicht lange sein. Bereits zwei bis fünf Minuten können einen positiven Unterschied machen.



