Seit meinem Burnout brauch ich das: mittendrin abtauchen

Seit meinem Burnout brauch ich das: immer wieder abtauchen

Der Kalender der letzten Wochen war randvoll: Reisen, Projekte, private Termine.
Und ehrlich: alles fein, alles gewollt, alles Dinge, die ich gerne mache.
Und offensichtlich doch zu viel des Feinen.

Also kam der Moment, an dem mein System die Reißleine gezogen hat.
Kein Drama, keine Krise.
Aber ein sehr klares Gefühl, das ich seit meinem Burnout gut kenne: Jetzt brauch ich Pause. Und zwar die Sorte Pause, bei der nichts und niemand geplant ist und niemand fragt, wo ich gerade bin und was ich gerade mache.

Seit meinem Burnout höre ich genauer hin

Seit meinem Burnout bin ich aufmerksamer mit mir selbst geworden. Deutlich aufmerksamer.
Ich weiß heute sehr genau, was mir guttut, was ich so gar nicht will, was mich auslaugt.
Und ich warte nicht mehr, bis mein Köper mit der Notbremse reagiert.

Das versteht nicht jeder, und das ist okay.

Das Burnout war jedenfalls der Punkt, an dem ich gelernt hab, Warnsignale ernst zu nehmen, statt sie wegzulächeln. (Wie ich diesen Weg gegangen bin und was ich daraus mitgenommen habe, hab ich in meinem Buch [Burnout kann mich mal] aufgeschrieben).

Hochsensibel & 50+: Kombination mit eigenen Regeln

Hochsensibilität und 50+ ergeben bei mir mittlerweile ein recht präzises und sensibles Frühwarnsystem, das ist echtes Teamwork.

Zum besseren Verständnis: Ich spür‘ mitunter einen Raum, noch bevor die Tür ganz offen ist. Ich weiß meist nach dem ersten Satz, ob mein Gegenüber grad die Wahrheit sagt oder nur die Höflichkeitsversion davon.
Während andere also erst merken, dass es zu heiß ist, wenn der Topf überkocht, riech‘ ich das Zeug schon anbrennen, bevor der Herd überhaupt warm ist.

Und ganz ehrlich, nicht jede Superkraft ist bequem. Manchmal reicht ein falscher Tonfall am Telefon, und ich grübel, was da wirklich dahintersteckt.
iDas ist selbst mir manchmal zu viel …

Was mit Fifty Something noch dazukommt: Ich hab gar keine Lust mehr, irgendetwas wegzudrücken. Früher hab ich durchgezogen, heute hör‘ ich auf mich und steig‘ vorher aus.

Dann ist Zeit für eine extra portion Me Time.

MeTime heißt für mich: wirklich allein

Wald. Schwimmen. Oder einfach in die Luft schauen. Hauptsache ohne Taktung, ohne Uhrzeit, ohne „ich muss um X dort sein und das vielleicht noch g’sackelt und g’schmink, redefreudig und natürlich bester Laune.“

Der Wald fragt nix. Der See erwartet nix.
Herrlich unkompliziertes Publikum.

Dabei bin ich wirklich ein Gesellschaftsmenschm durch und durch. Familie, Freunde, Partner, ich liebe das Miteinander.
Genauso wichtig ist mir aber die Zeit mit mir selbst.
Beides zusammen ergibt bei mir die Balance.

Mindset hin oder her: Der Körper redet mit

Ja, ich weiß. „Wir MÜSSEN gar nix, außer uns irgendwann aus diesem Leben zu verabschieden“ ist Mindset-Wissen, das ich schon meinen Kindern nahe gelegt habe.

Zu 90 Prozent kommt’s auch gar nicht so weit.
Trotzdem gerät mein System manchmal unter Last und Druck.
Ich handle dann halt einfach sofort mit Rückzug.
Meine Voraussetzung dafür, um wieder mit voller Energie mittendrin zu sein.

Häufig gestellte Fragen zu Burnout, Me Time, Hochsensibilität (FAQ)

Was bedeutet Me Time eigentlich genau?
Me Time ist bewusst eingeplante Zeit ganz für sich allein, ohne Termine, Erwartungen oder Ansprache von außen. Es geht dabei nicht ums Nichtstun, sondern darum, wieder bei sich selbst anzukommen.

Warum brauchen hochsensible Menschen mehr Rückzugszeit?
Hochsensible Menschen nehmen Reize intensiver wahr und verarbeiten sie tiefer. Das kostet mehr Energie als bei weniger reizoffenen Menschen, weshalb regelmäßige Rückzugsphasen notwendig sind, um das Nervensystem zu regulieren.

Wie erkenne ich, dass ich eine Auszeit brauche?
Typische Signale können sein: u. a. Reizbarkeit, Erschöpfung trotz Schlaf, das Bedürfnis nach Still, das Gefühl ständiger Anspannung und der Verlust von Freude an Dingen, die früher Spaß gemacht haben und leichtgefallen sind. Wer diese Signale früh ernst nimmt, kann einem Burnout oft vorbeugen.

Ist der Wunsch nach Alleinsein ein Widerspruch zu einem geselligen Wesen? Nein. Geselligkeit und das Bedürfnis nach Alleinsein schließen einander nicht aus, sie ergänzen einander. Viele Menschen brauchen beides: echte Verbindung mit anderen und regelmäßige Zeit ganz für sich.

Was hat das Alter mit dem Bedürfnis nach Auszeiten zu tun? Mit zunehmendem Alter und wachsender Lebenserfahrung wird die eigene Wahrnehmung oft präziser. Viele Menschen 50+ berichten, dass sie ihre Grenzen klarer erkennen und sich erlauben, danach zu handeln, statt sich anzupassen.

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