Wie könnte es anders sein, gaben auch diesmal meine besten Söhne den Anstoß zum Anfang, zur ersten Blogstory, zum ersten Blog Post des mittlerweile dritten Blogs. Wo Gefühle, das Empfinden und Fühlen vorneweg stehen.

Seit Wochen will ich die neue Blogstrecke eröffnen, nahezu täglich gab es irgendein Ereignis, bei dem ich mir dachte „Hah! Perfekt für den Start.“ bzw. bastelte ich gedanklich einen ursuperprickelnden Einstieg …
Alles Bullshit. Alles verworfen.
Auf diesen Tag musste die Einstiegsstory warten, D I E S E N, denn mit D I E S E M  Tag hat auch der Jüngere meiner beiden Supersöhne erfolgreich die Matura absolviert.

Ich bin so stolz auf Euch!

Hiermit zuerst:
Öffentliche begeisterte Gratulation an meine sensationellen Söhne – ehemalige pm-Blog-LeserInnen erinnern sich an die beiden Racker als die „besten Buben“ 😉 – zu Eurer schulischen Leistung: Ihr habt beide mit Bravour die HTL-Matura geschafft. Toll, ich bin superstolz auf Euch!

Zweitens: Ich bin sowieso stolz auf Euch und liebe Euch über alles.

Einfach so, weil Ihr IHR seid, weil Ihr meine Söhne seid, weil da trotz aller Meckereien und Keppeleien und Regeln meinerseits und aller Grenzen-Auslotungen und Mamas-Nerven-Testen und Auflehnen eurerseits nach wie vor dieses bedingungslose Annehmen existiert.
We are family.
Komme, was da wolle und war.

Drittens: Ich ergehe mich an dieser Stelle nicht in Huldigungen an die Supersöhne, das mache ich vielleicht an der einen oder anderen passenden Stelle.
Fakt ist: Flügge sind sie schon lange, die Matura ist abgehakt, sie gehen ihre Wege … und mein Leben nimmt, allerdings ebenfalls schon seit geraumer Zeit, eine Wende.

Copyright: Christian Houdek

Fucking Funky Fifty

Viertens: Nun bin ich endlich an Punkt und Ursache dieses neuen Blogs gelangt.
Fucking Funky Fifty. Verflixte Verrückte Fünfzig. Jene Lebensphase, in der  …

  • die Kinder mehr oder minder aus dem Haus sind und frau von der Single-Mum zur Empty-Nesterin mutiert.
  • die neue Falte, die man morgens im Spiegel entdeckt, nicht die erste ist.
  • der Frisör des Vertrauens ein Vermögen durch monatliches Haarefärben verdient. (Der Beautydoc ebenfalls.)
  • man sich nicht mehr echauffiert, wenn einem irgendein daherlaufender Kerl hinterherpfeift, sondern sich ganz im Gegenteil die Haxen ausfreut.
  • das letzte Drittel im Leben eingetroffen ist, in dem die körperliche Spannkraft der irdischen Schwerkraft nachgibt … an allen nur erdenklichen Stellen …
  • man durchzechte Nächte schwerstens büßt.
  • man beginnt zu überlegen, wie man von dieser wunderbaren Welt dereinst abtreten will.
  • man verdammt nochmal Rechungen anstellt wie „Im Jahr 2018 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung von neugeborenen Frauen in Österreich circa 84 Jahre. Hm, das wären also noch circa 33 Jahre, das sind 396 Monate … ähh …396 Monate? … irgendwie verdammt wenig!“

Hundert Gründe, um …

Es gäbe also hunderte Gründe, um in diesem Lebensalter den Kopf hängen zu lassen.
Und es gibt hunderte, wenn nicht tausende Gründe, um gerade jetzt, mit all der Erfahrung, all dem Erlernten, den Kopf extra hoch zu halten.

Spannend für mich ist, dass ich in all den vergangenen Wochen wirklich an völlig andere Einstiege in diesen neuen Blog gedacht habe.
Und ganz ehrlich, auch es wenn jetzt wie eh und je nach der Juhuuu-Petra klingt, die viele von Euch kennen, die in vielen ihrer Lebenszeiten die personifizierte Lebensfreude und Leichtigkeit und Scheiß-da-nix und so weiter und so heiter WAR und IST: Meine engsten Freunde und -innen und meine engste Familie wissen, dass es auch dunkle, schwierige, intensive und nicht so supidupi Zeiten gab.
Und gibt.
Und wohl geben wird.
Denn: Was mir mittlerweile klar ist: Jeder Mensch – auch die/der Wohlhabendste, die/der Erfolgreichste, die/der Schönste (apropos, ich bin bei aller Emanzipation keine wirkliche Freundin des Genderwahns und verzichte daher, der Lesbarkeit wegen, auf große Is, irgendwelche Grauswörter wie Gästinnen und so weiter und meine dennoch immer ALLE) daher der Klügste, der Gewinnendste, der Fröhlichste – hat seine dunklen, seine Schattenseiten.
Wo’s nicht so läuft, wie man’s gerne hätte.

Polarität und so

Weil diese wunderbare Welt nun mal von Polarität geprägt ist.  Zum Verständnis und Leben hier auf der Erde sind eben zwei scheinbar widersprüchliche, einander ausschließende und doch  komplementäre Beschreibungsweisen notwendig. Wir finden’s nur schön, weil wir anderes hässlich finden. Auf Tag folgt Nacht. Hell braucht dunkel, reich bedingt arm. Und es ist das leiwand, was sich vom Unleiwanden unterscheidet.

Deswegen auch FUCKING und FUNKY FIFTY.

Es ist geil und g’schissen zugleich. Vorteile und Nachteile gehen mit dem Älterwerden einher. Positives folgt Negativem und umgekehrt.

Letzendlich ist es – wie auch in jungen Jahren – immer eine Frage der Perspektive: Finde ich es nun schmeichelnd und leiwand? Oder entrüste ich mich? Oder nehme ich es einfach an?

Bei mir hängt das, ganz ehrlich, und das will und werde ich hier auch sein, von der Tagesverfassung ab.

Ruhe ich in mir, kann mich weder Falte noch daherlaufender Kerl noch sonstirgendwas erschüttern.

Hab ich einen BadhairBadsoulBadskinday, sieht die Sache eher grimmig aus – der Arme tut mir jetzt schon leid …

Hab ich einen FunkyJoyGreatDay, tanze ich Cha-Cha-Cha oder Jive oder hüpfe vor purer Lebensfreude und schenke ihr (der Falte) und ihm (dem daherlaufenden Kerl) mein charmantestes Lächeln.

Klingt kompliziert?
Nein.
Typisch Frau.
Und wir Frauen sind nicht schwierig.
Wir folgen nur unseren Gefühlen.
Und die wechseln nun mal.

Bis bald!

Eure Fucking Funky Fifty-Petra