Let’s talk about Fifty Something, Baby …
(Blog ursprünglich vom 28. Juli 2019)
… let’s talk about you and me. Über das Leben. Freiheit. Neue Chancen. Und darüber, warum Älterwerden einen viel besseren Ruf verdient hätte.
Irgendwann passiert ja etwas Merkwürdiges.
Während wir als Kinder darauf warten, endlich älter zu werden, verbringen viele Erwachsene plötzlich erstaunlich viel Energie damit, möglichst jung zu wirken.
Bei den Männer heißt das Midlife-Crisis
Männer in der Lebensmitte werden ultralässig, megagechillt und extra-cool. In der „Midlife-Crisis“
- wenden sie sich abrupt jüngerer Frau zu (oft im Alter der bereits erwachsenen Tochter)
- kaufen Harley- oder Sportwagen überNacht
- tragen, auch wenn es nicht zu ihrem Typ passt, Fancy Jeans, bespaßte-T-Shirts und bunte Sneakers.
Wirkt nach außen hin aufregend, verrucht oder wenigstens abgefahren.
Die Frauen kommen einfach in den Wechsel
Wir Frauen in diesem Lebensabschnitt haben’s ein wenig, na sagen wir, herausfordernder: Die Sache nennt sich Wechsel. Menopause. Klimakterium … allein die Bezeichnungen klingen schon weniger prickelnd.
- Legen wir uns einen Lover-Boy im Alter der herangewachsenen Söhne zu, wird es meist milde belächelt
- Tanzen wir im Girlie-outfit, mit dem Täschchen unterm Arm, im selben Club ab wie die Zwanzigjährigen, ernten wir mitleidige Blicke
- Erfinden wir uns beruflich neu mit Quereinstieg, eigenem Business oder einem Nebenprojekt, runzelt das Umfeld die Stirn: „in DEM Alter“
Wie werden oft als peinlich, übertrieben und torschlusspanisch empfunden.
Nach außen hin wirkt es unsexy, uncool, irgendwie aarrrgghh.
Dabei: Es ist auch für uns eine geile Zeit!
Bei uns Müttern sind die Kinder meist aus dem Haus und somit mehr Zeit und Muße für eigenen Kram.
Bei den Nichtmüttern hat sich dank des Nichtkinderhabens oft ein erkleckliches Sümmchen angesammelt.
Wir alle sind, neben all den unleiwanden Nebenwirkungen, freier, selbstbewusster, spontaner.
Daher:
7 Situationen, in denen wir vom Älterwerden profitieren
1. Mädelsabend
Ein Treffen mit Freundinnen musste früher mindestens drei Wochen vorher arrangiert, ein Babysitter engagiert und der Abend selbst durfte nicht zu exaltiert werden. Schließlich ist Kindern am nächstem Tag schnurzegal, wann Mama des Abends davor ins Bett gefallen ist. Sie haben in der Früh einfach Hunger und sind munter.
Heute gehen wir mit den Wechsel-Weibsen spontan noch am selben Tag nach dem Job auf einen Drink. Allerdings darf der Abend auch nicht zu exaltiert werden. Die Regenerationsphasen sind schon deutlich länger als in den Zwanzigern …
2. Wäsche waschen
Jeden Tag eine volle Waschmaschinenladung war amtlich, gefolgt von heftigem Streit zwischen den Jungs, welche der (gefühlten tausend) gleichen schwarzen Socken, alle in derselben Größe, nun wem gehören.
Und wehe, ich habe die T-Shirts falsch zugeordnet. MEINS! – NEIN, MEINS!! – NEIN, DAS IST MEINS!!! und so weiter und so heiter …
Heute: Einmal pro Woche, je nach Sportbekleidungsverbrauch, Business-Outfit-Verschleiß und Transpirationsfaktor, eine Waschmaschine voll.
ALLES MEINS. Punkt.
P. S.: Ein bissl stiller ist es allerdings auch im Haus, dazu ein anderes Mal mehr.
3. Einkauf
Auf der (mehrmals wöchentlich gedanklich erstellten) Einkaufsliste standen Nutella, Actimel, Fruchtzwerge, Kakao, Cini Minis, Naschzeug. Die (großteils süße) Beute wurde fast immer keuchend, vor dem Abholen von der Schule oder während die Youngsters sich beim Sport ertüchtigten, im nächstbesten Supermarkt, der auf der Strecke zwischen Büro und trautem Heim lag, im Laufschritt erlegt.
Heute überlegen wir, ob wir überhaupt einkaufen wollen – oder nicht doch lieber spontan mit dem Schatz zum Lieblingswirten oder Heurigen fahren. Wird doch eingekauft, dann entspannt, irgendwann, und zwar Steak. Zucchini. Melanzani. Stangensellerie. Avocado. Prosecco (okay, der stand immer schon auf der Einkaufsliste)
4. Se✖️
Früher Verhütung in Form von Pille, Spirale, Hormonpflaster, Vaginalring oder Gummi.
Heute … 😙
5. Auto
Bye bye, Familienkutsche, hello Roadster!

6. Achtsamkeit
Wir sind einfach achtsamer.
Wir genießen mehr, schätzen mehr, respektieren mehr. Wir leben, auch wenn dies immer wieder eine Herausforderung ist, mehr in der Gegenwart.
Die Vergangenheit war gestern und können wir eh nicht mehr ändern, maximal daraus lernen, warum also dauernd wiederkäuen oder zerpflücken?!
Eben.
Und die Zukunft malen wir uns in den Farben aus, in denen wir sie sehen und erleben wollen.
7. Schuhe

Highheels, damit die langen Beine noch besser zur Geltung kommen?
Ja, eh.
Aber für uns, und nicht unbedingt, um Männern große Augen zu machen.
Dank Meniskus-OP hat sich mein Hohe-Hacken-Bestand ohnehin drastisch reduziert, das Converse- und FlipFlop-Repertoire hingegen auffallend vergrößert.
Und mit Plateausohle geschummelt lassen sich ollawäuil noch ein paar Pumps tragen.
Eine hinreißende Begebenheit zum heutigen Abschluss
Vor kurzem habe ich mit einem lieben Bekannten über das Älterwerden und Männerträume gesprochen.
Er, selbst auch nicht mehr taufrisch, also Ende Vierzig, einige Beziehungen hinter sich, nun erstmals verheiratet, ist gerade Papa geworden.
Liebt seine Frau, zwar jünger, aber auch nicht so ganz taufrisch, also Anfang Vierzig, über alles.
Er sagte mir, mehr oder minder wörtlich: „Weißt du, letztens sah ich ein Bild eines alten Mannes, Hugh Hefner-Stil, alter Typ, mit drei jungen heißen Girls, die MANN von Proportionen und Aussehen her als personifizierter Männertraum betiteln würde. Sehr hübsch. Aber ich bin so froh und wünsche mir nichts mehr, als dass ich im Alter mit meiner schönen alten schiachen Frau auf’m Bankerl sitz.“
Ich hatte ein, nein, zwei bis fünf Tränen in den Augen. Die ich, weil wir uns grad nicht im Sentimental-oder-Emotional-Journey-Umfeld befanden, nahezu verstohlen abgewischt hab.
Ich war ein bisserl gerührt und sehr froh und dankbar, Männer wie ihn in meinem Bekanntenkeis zu wissen. Die nicht bei der ersten (oder doch erst zehnten?!) Falte der Frau/Freundin/Lebensabschnittspartnerin, deren (unter Umständen nur vorübergehend hormonell bedingten) wiederholten Zickerei oder auch angesichts knackigeren Frischfleisches wo auch immer, ihre langjährige Beziehung über Bord werfen, anstatt den wunderbar zu gestaltenden Prozess des gemeinsam Älterwerdens zu genießen.
Danke!




??
Danke, Du Liebe!
80 % triff auch auf alleinerziehende männer zu, ich weiss von was ich spreche liebe petra…..
Ich weiß, lieber Armin 😉 … Danke fürs Reinlesen!