Sei Du mir die Lust.
Sei Du mir die Hand, die mich umfasst.
Sei du mir der Mund, der mich zu küssen sucht.
Sei du mir das Zittern, das meinen Köper schwingt, wenn Du mir nahe bist.

Sei Du mir die Nähe.
Zu Dir. Zu mir. Zum Wir.
Sei mir nah, doch lass‘ mich gehen.
Halt‘ mich fest, doch lass‘ mich fliegen.
Sei mir das Heim, doch bin ich überall zuhaus‘.

Sei Du Du.
Für Dich. Für mich.
Sei unser Wir, das wir noch finden werden.

Sei still, sei für mich still.
Sei du mir Ruhe und Stille des Sturms.

Sei meine Stärke.
Sei für mich stark, in aller Zartheit deiner Sanftmut.
Sei schwach, oh bitte, sei mein Schwach.
Lass‘ es geschehen und uns sehen, wohin wir schwach werden und uns denn neigen.

Lass‘ es laut sein.
Sei mir der Lärm.
Lass‘ ihn brüllen, lass‘ ihn toben.
Aus den Körpern ihn erschallen.
Er will sich bäumen, will sich brüsten.
Lass‘ ihn gewähren.
Er ist der Lärm. Er ist unser Schrei, unsere Angst und unsere Träne.
Er muss groß sein dürfen, um ihn zu ebnen.
Er will laut sein.
Es will laut sein.

Sei weich. Samtiger als jedes Moos am Fels, zarter als jede kringelige Welle.
Sei weich zu mir, sei mir Dein Arm, Dein starker Arm, der mich weich umfängt, meinen Nacken birgt, meinen Körper stillt, ihn lässt und hält.

Sei mir alles und sei mir nichts.
Sei es ganz und nur zum Teil.

Sei Du, sei ich.
Sei es.
Für mich.
Für Dich.

Februar 2016